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Lohnt sich eine Software für Notfall- und Krisenmanagement?

DIGITALISIERUNG IM NOTFALL- UND KRISENMANAGEMENT

In vielen Unternehmen wird das Notfall- und Krisenmanagement noch immer analog gedacht und abgebildet – mit Handbüchern in Papierform, Checklisten in Aktenordnern, Notfallplänen als PDF auf dem Server und verteilten Excel-Tabellen mit Kontaktlisten. Doch reicht das in einer Welt, in der Störungen jederzeit und überall auftreten können und in der viele Mitarbeitende flexibel, dezentral und mobil arbeiten? Die Digitalisierung bietet neue Chancen, das Notfall- und Krisenmanagement nicht nur effizienter, sondern auch resilienter und nachhaltiger zu gestalten. Doch lohnt sich der Umstieg auf digitale Systeme tatsächlich?

Viele Unternehmen und Organisationen haben im Laufe der Zeit ein eigenes Notfallmanagement oder Krisenmanagementsystem „irgendwie“ intern aufgebaut – häufig mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad und variierender fachlicher Tiefe. Nicht selten fehlen klare Standards, einheitliche Strukturen oder fundiertes Know-how. In der Praxis zeigt sich: Zahlreiche Krisenhandbücher bestehen aus seitenlangen Texten und beschreiben in erster Linie Prozesse, Zuständigkeiten oder formale Abläufe – ohne jedoch einen echten Mehrwert für die konkrete Stabsarbeit in der akuten Krisensituation zu liefern.


ZWISCHEN VORBEREITETER DOKUMENTATION UND KONKRETEN HANDLUNGSHILFEN IM EREIGNISFALL KLAFFT HÄUFIG EINE LÜCKE.


Gerade hier setzen spezialisierte Softwarelösungen an: Sie bringen nicht nur technische Funktionen, sondern auch methodisches Fachwissen und bewährte Best Practices mit. Auf diese Weise wird das bestehende Notfall- und Krisenmanagement nicht nur digitalisiert, sondern auch inhaltlich gestärkt – durch klare Strukturen, vorgefertigte Checklisten, praxisorientierte Vorlagen und logische Prozessketten, die den Krisenstab im Ernstfall effektiv unterstützen. Zudem ermöglichen solche Systeme eine gezielte Qualifizierung:

Auch wenig geschulte oder selten eingesetzte Krisenstabsmitglieder finden sich intuitiv und damit deutlich schneller zurecht.



WAS BEDEUTET DIGITALISIERUNG IM KRISENMANAGEMENT?

Digitalisierung meint in diesem Kontext nicht nur das bloße Einscannen von Dokumenten, sondern die vollständige, strukturierte Abbildung aller relevanten Prozesse, Rollen, Inhalte und Werkzeuge des Notfall- und Krisenmanagements in einem zentralen, softwarebasierten System. Es geht darum, das gesamte Krisenmanagementsystem als digitale Plattform zu verstehen – vom Alarmierungsprozess über die Arbeit im Krisenstab bis hin zur Pflege und Steuerung aller relevanten Dokumente, Informationen und Ressourcen. Ein zentraler Vorteil liegt in der aktiven Unterstützung der Stabsarbeit: Statt theoretischer Dokumente bieten Softwarelösungen eine operative Orientierungshilfe, die sofort anwendbar ist – und damit den Unterschied macht zwischen reaktiver Verwaltung und professioneller Lagebewältigung.


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DREI DIGITALISIERUNGSSTUFEN IM KRISENMANAGEMENT

1. KRISEN(STABS)ALARMIERUNG

Schon heute nutzen viele Unternehmen und Organisationen digitale Alarmierungstools, um im Ernstfall schnell und gezielt zu informieren – per App, SMS, Anruf oder E-Mail. Hier ist die Digitalisierung längst angekommen. Die Systeme erlauben es, vordefinierte Empfängergruppen gezielt zu aktivieren, Rückmeldungen in Echtzeit zu erfassen und automatisiert Eskalationsketten zu starten.


2. DIGITALE STABSARBEIT

In der zweiten Stufe, die ebenfalls bereits häufig Anwendung findet, wird die eigentliche Krisenbewältigung digital unterstützt – z. B. durch Projektmanagement oder Dokumentationstools, digitale Lagekarten oder Kommunikationsplattformen. Doch oft bleibt es bei isolierten Einzellösungen: Tools wie MS Teams, Trello oder SharePoints werden zweckentfremdet, ohne dass sie auf die besonderen Anforderungen des Krisenmanagements ausgelegt sind.


3. VOLLSTÄNDIG DIGITALISIERTES KRISENMANAGEMENTSYSTEM

Der eigentliche Sprung in die digitale Zukunft gelingt erst mit einem ganzheitlichen Systemansatz: Alle Pläne, Handbücher, Rollenbeschreibungen, Kontaktlisten, Checklisten, Vorlagen und Formulare werden in einer zentralen, speziell für Krisenszenarien entwickelten Software gepflegt – immer aktuell, nachvollziehbar versioniert und ortsunabhängig verfügbar. Hier werden nicht nur Dokumente gespeichert, sondern Prozesse aktiv unterstützt. Das System ist der Dreh- und Angelpunkt des Krisenmanagements – im Alltag und im Ernstfall.


Dashboard für Notfall- und Krisenmanagement: Übersichtliches Dashboard der Software „Notfall- und Krisenmanager“ mit zentralen Informationen und schnellen Zugriffen auf alle relevanten Funktionen für eine effektive Krisenbewältigung.

Bildquelle: Beispiel einer Softwarelösung im Notfall- und Krisenmanagement - „Der Notfall- und Krisenmanager“ von SIUS Consulting (www.nkm-software.de)


WARUM EINE ZENTRALE PLATTFORM DEN UNTERSCHIED MACHT

Viele unterschätzen, wie komplex ihr Krisenmanagementsystem tatsächlich ist. Es gibt nicht „den einen Notfallplan“, sondern eine Vielzahl von Einzeldokumenten:

  • Allgemeines Notfall- und Krisenhandbuch (AGAP, BKO etc.)
  • Bereichsspezifische Handlungsanweisungen (Havarieanweisungen, IT-Notfallpläne etc.)
  • Kontaktlisten (intern & extern)
  • Ressourcenlisten
  • Formulare zur Lagedokumentation
  • Kommunikationsvorlagen
  • Regelwerke für Alarmierung, Zuständigkeiten, Nachbereitung etc.


Diese Informationen liegen oft in verschiedenen Abteilungen, Formaten und Aktualitätsgraden vor. In Krisensituationen ist das ein ernsthaftes Problem:

  • Wer hat Zugriff auf welche Informationen?
  • Welche Version ist die aktuelle?
  • Wer weiß überhaupt, wo die Unterlagen liegen – oder wie sie heißen?e
  • Welche davon sind tatsächlich praxistaugliche Hilfsmittel für die Krisenstabsarbeit?u


Ein zentrales, digitales System beseitigt genau diese Schwachstellen.

Es bietet:

  • ZUGRIFF VON ÜBERALL (selbst bei IT-Störungen) – ob aus dem Homeoffice, vom Diensthandy oder aus dem Krisenstabsraum.
  • VERSIONSSICHERHEIT – jede Änderung wird dokumentiert, alte Pläne sind archiviert, aber nicht mehr im Umlauf.
  • INTUITIVE NAVIGATION – statt verschachtelter Ordnerstrukturen ohne Übersichtlichkeit können Inhalte nach Rollen, Ereignistypen oder Prozessen aufgerufen werden.
  • AUTOMATISIERTE VORLAGEN UND FORMULARE – zur Lagefeststellung, Entscheidungsdokumentation oder Krisenkommunikation.
  • FLEXIBILITÄT FÜR NEUE EREIGNISSE – bestehende Pläne lassen sich duplizieren, anpassen oder neu zusammenstellen.
  • ROLLEN- UND RECHTEKONZEPTE – sodass jeder nur sieht, was für ihn relevant ist.
  • DRUCKBARKEIT BEI BEDARF – Inhalte können schnell und übersichtlich ausgedruckt werden – für den Einsatz in analoger Umgebung oder als Redundanzmaßnahme.


SHAREPOINT, MS TEAMS & CO: WARUM ALLGEMEINE TOOLS OFT NICHT AUSREICHEN

Viele Unternehmen und Organisationen versuchen, ihr Krisenmanagement mit bereits vorhandenen Office-Tools wie SharePoints oder Microsoft Teams abzubilden. Doch diese Anwendungen sind nicht für den Einsatz unter Zeitdruck, Unsicherheit und hoher Dynamik konzipiert. Zwar bieten sie Speicherorte für Dokumente, aber keine prozessorientierte Struktur für komplexe Krisenszenarien.


Die Folge: Inhalte sind schwer auffindbar, zu allgemein gehalten oder wurden ohne Bezug zum realen Krisengeschehen erstellt. Versionen werden verwechselt oder versehentlich überschrieben. Besonders fach- und inhaltsfremde Personen verlieren dabei schnell den Überblick. Das Ergebnis: ein digitaler Papiertiger. Zwar wird eine Vielzahl an Dokumenten abgelegt – im Ereignisfall erweisen sie sich jedoch als unbrauchbar.


Ein effektives Krisenmanagementsystem muss beides leisten: Es muss einerseits die strategischen Grundsätze, Rollen und Prozesse dokumentieren – andererseits aber auch konkrete, lagebezogene Werkzeuge bereitstellen, wie einsatzfähige Checklisten, Entscheidungshilfen, Vorlagen zur Lageeinschätzung oder Kommunikationsbausteine. Idealerweise sind diese Hilfsmittel nach Ereignistypen differenziert und lassen sich im Ernstfall sofort aktivieren und gemeinsam bearbeiten – statt sie mühsam aus statischen PDF-Dokumenten zusammensuchen zu müssen.


Digitalisierung lohnt sich – wenn sie systematisch, durchdacht, fachlich fundiert und praxistauglich umgesetzt wird. Dann wird aus der Verwaltung von Krisen ein aktives, robustes und zukunftssicheres Management kritischer Ereignisse.


EIN DIGITALISIERTES KRISENMANAGEMENT IST MEHR ALS NUR BEQUEM – ES IST EINE INVESTITION IN RESILIENZ UND ZUKUNFTSSICHERHEIT.